6. Pirker Triathlon

Mein Bericht zum 6. Pirker Triathlon

Am Sonntag, 5.7.2015, sollte bei einer Lufttemperatur von 35° C im Schatten der 6. Pirker Triathlon stattfinden. Zu Hause gab es vorher Diskussionen, überhaupt anzutreten, meine leise Hoffnung war, der Veranstalter sagt wegen Wetterunbilden ab und ich bin aus dem Schneider. Aber so kam es nicht und nun war ich da und es war nicht auszuhalten. Die Wolken schossen schön in die Höhe, die Luft war heißschwül und das Schwimmen war nicht wirklich eine Erfrischung.

Ich kam bei weitem nicht als Letzter aus dem Wasser, rein in die Wechselzone, Helm auf (heiß), Schluck trinken (heiß), Socken und Schuhe an (heiß), Rad nehmen (heiß), raus aus der Wechselzone und gleich bergan fahren. Bei dieser Hitze. Kein kühlender Fahrtwind. Kurz bergab, links, rechts, wieder bergan, was ist das denn für eine fürchterliche Radstrecke, auf was habe ich mich hier nur eingelassen?

Wieder bergab, wieder bergan und das war nur die Anfahrt zur eigentlichen Radrunde. Und dann sehe ich was auf mich zukommt. Aber die Vernunft setzte ein, ich stieg ab und schob mein Rad die Hügel hoch, was soll’s, mir geht es um nichts. Oben angekommen, drauf aufs Rad bis zum nächsten steilen Anstieg, zwischendurch gab es eine kühle Dusche von einer Dorffeuerwehr, am Anstieg wieder geschoben und so zog es sich hin. So haben mich dann auch nach und nach alle überholt.
Zum Glück hatte ich die Trinkflasche mit. Der Inhalt war zwar heiß, aber besser als nichts. Nicht zu meinem Glück hatte ich mich vorher nicht mit Sonnenschutz versorgt und so zog ich mir einen fürchterlichen Sonnenbrand zu. Auf der zweiten Runde hielt ein Motorrad neben mir und der Kampfrichter wollte wissen, ob bei mir alles in Ordnung ist. Ich erwiderte „ja, bei dieser Hitze schiebe ich die Anstiege lieber rauf“. Damit gab er sich zufrieden und sie fuhren weiter.

Nach einer mir unendlich lang erscheinenden Rückfahrt wieder in der Wechselzone angekommen, habe ich ernsthaft überlegt, ob ich das Handtuch werfe, zum Kampfrichter gehe und aufgebe. Mir ging es so schlecht, die Zeit war total im Eimer, viele Teilnehmer waren schon im Ziel angekommen und lachten und scherzten und ich sollte jetzt noch bei dieser Hitze 5 km Laufen? Nie im Leben, dachte ich mir. Ich stellte das Rad ab, setzte den Helm ab, nahm mein Handtuch und ging auf einen Kampfrichter zu. Ich haderte mit mir, ich wollte nicht mehr, kannst Du das zu Hause sagen: „Ich habe aufgegeben“? Mein Laufkollege Stephan (ein alter Laufhase) sagt immer „DNF is not a option“ – Aufgeben ist keine Option. Und ich sah in dem Moment Läufer ins Ziel kommen und bildete mir ein, noch einen Läufer starten zu sehen. In Selbstgespräche vertieft drehte ich mich wieder um, warf mein Handtuch in meine Box und fing an zu Laufen.

Langsam, schön gleichmäßig, keinen Stress mehr. Egal wie lange es dauert, lauf die 5 km. Und es ging. Unterwegs am Campingplatz waren so viele Leute zum Anfeuern, Abkühlen und Getränke bereitstellen, es war gut. Am Wendepunkt habe ich noch 4 Becher Wasser getrunken. Auf dem Rückweg war ich dann wirklich der Letzte, es war keiner mehr da zum Anfeuern und die bereitgestellten Wasserbecher waren kurz vor dem Kochen. Am Himmel kochte es auch, die Gewitterwolken grollten schön vor sich hin. Auf die Zielgerade eingebogen sehe ich, wie die Zeitnahmematte schon eingerollt wird, ich rufe, sie sehen mich, Panik in ihren Gesichtern, da kommt ja noch einer, schnell wieder ausgerollt, drüber, Gelächter, Finishermedaille erhalten und ab zur Versorgung. Cola, Äpfel, Wasser. Stolz drauf, das ich das überlebt habe.

Wieder zu Hause habe ich mich ins 24° C kühle Wohnzimmer verkrochen, die Jalousien heruntergelassen und wollte nix mehr hören und sehen. Nur ja keine Sonne und keine Wärme mehr. Gegen den Sonnenbrand haben sich kühle feuchte Stoffwindeln bewährt, die ich mir dann über die Schultern und den Rücken lege. Sieht komisch aus, hilft aber.

Mein Resultat zum 6. Pirker Triathlon

Kosten: 20 €
750 m Schwimmen: 23 min 21 sek
Wechsel 1: 3 min 00 sek
20 km Rad: 1 h 17 min 05 sek
5 km Laufen: 43 min 10 sek
Gesamtzeit: 2 h 26 min 36 sek
Gesamtplatzierung: Platz 113 von 117
Gesamtplatzierung M40: Platz 18 von 18
Resümee: Diesen Triathlon mache ich nie wieder.

Pirker Triathlon

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